ProjectNukLandRuKa – The Configuration of Nuclear Landscapes: Ecological Consequences of the Soviet Nuclear Project and…
Basic data
Acronym:
NukLandRuKa
Title:
The Configuration of Nuclear Landscapes: Ecological Consequences of the Soviet Nuclear Project and their (Suppressed) Reappraisal in Russia and Kazakhstan (1986–2024)
Duration:
01/10/2026 to 30/09/2029
Abstract / short description:
Das Streben der Sowjetunion nach nuklearer Modernität wirkte sich nicht nur auf Umwelt und Körper aus. Zugleich entstanden Narrative und spezifische Erinnerungsräume als diskursiv konstruierte Schauplätze des sowjetischen Atomprojekts. Diese werden im Antrag als „Nukleare Landschaften” bezeichnet. Am Beispiel der drei radioaktiv kontaminierten Zonen – des ehemaligen Atomwaffentestgeländes Semipalatinsk, des Gebiets im Südural (Kyschtym-Unfall) und des Militärtestgeländes Totsk – wird untersucht, wie Wissen, Erinnerung und offizieller Diskurs über die Folgen der sowjetischen Nuklearmoderne während der Perestrojka-Zeit sowie in der gegenwärtigen Erinnerungskultur in Russland und Kasachstan öffentlich kommuniziert und medialisiert oder aktiv verdrängt bzw. normalisiert wurden.
Aufbauend auf Überlegungen von Linda Nash und Rob Nixon wird davon ausgegangen, dass sich kontaminierte Ökosysteme vor allem im menschlichen Körper äußern. Die spezifischen räumlich-zeitlichen Konstellationen aus politischem System, wirtschaftlichen Bedingungen und lokalen kulturellen Praktiken werden mit dem Begriff Konfiguration gefasst. Die beantragte Studie verbindet Umweltgeschichte, Medien- und Kommunikationsgeschichte und Kulturgeschichte; sie beleuchtet, wie autoritäre Regime traumatische Erfahrungen verarbeiten, und untersucht deren politische sowie gesellschaftliche Langezeitfolgen – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller energiepolitischer Entscheidungen.
Das Projekt fragt, warum in Kasachstan und Russland keine nachhaltige Verbindung zwischen Erinnerung, nationaler Identität und Verantwortung gegenüber strahlengeschädigten Menschen entstanden ist. Die Studie vergleicht Erinnerungspraktiken seit der Perestroika bis 2024 und richtet den Blick auf bislang wenig erforschte Regionen. Sie trägt zu einem besseren Verständnis des nuklearen Erbes der Sowjetmoderne über den Tschernobyl-GAU hinaus bei und zeigt, wie die verdrängte Aufarbeitung dieses Erbe zu riskanten technologiepolitischen Entscheidungen in der Gegenwart führen kann.
Aufbauend auf Überlegungen von Linda Nash und Rob Nixon wird davon ausgegangen, dass sich kontaminierte Ökosysteme vor allem im menschlichen Körper äußern. Die spezifischen räumlich-zeitlichen Konstellationen aus politischem System, wirtschaftlichen Bedingungen und lokalen kulturellen Praktiken werden mit dem Begriff Konfiguration gefasst. Die beantragte Studie verbindet Umweltgeschichte, Medien- und Kommunikationsgeschichte und Kulturgeschichte; sie beleuchtet, wie autoritäre Regime traumatische Erfahrungen verarbeiten, und untersucht deren politische sowie gesellschaftliche Langezeitfolgen – insbesondere vor dem Hintergrund aktueller energiepolitischer Entscheidungen.
Das Projekt fragt, warum in Kasachstan und Russland keine nachhaltige Verbindung zwischen Erinnerung, nationaler Identität und Verantwortung gegenüber strahlengeschädigten Menschen entstanden ist. Die Studie vergleicht Erinnerungspraktiken seit der Perestroika bis 2024 und richtet den Blick auf bislang wenig erforschte Regionen. Sie trägt zu einem besseren Verständnis des nuklearen Erbes der Sowjetmoderne über den Tschernobyl-GAU hinaus bei und zeigt, wie die verdrängte Aufarbeitung dieses Erbe zu riskanten technologiepolitischen Entscheidungen in der Gegenwart führen kann.
Involved staff
Managers
Institute for Eastern European History and Area Studies
Department of History, Faculty of Humanities
Department of History, Faculty of Humanities
Local organizational units
Institute for Eastern European History and Area Studies
Department of History
Faculty of Humanities
Faculty of Humanities
Funders
Bonn, Nordrhein-Westfalen, Germany
Cooperations
Cambridge, Massachusetts, United States
Oslo, Norway
Columbia, South Carolina, United States
Paris, Île-de-France, France