ProjectSPP 2361 – Unterhavel-Region und Donaumoos-Region: ‚Gescheiterte‘ oder ‚erfolgreiche‘ Urbarmachung von Auen und…
Basic data
Acronym:
SPP 2361
Title:
Unterhavel-Region und Donaumoos-Region: ‚Gescheiterte‘ oder ‚erfolgreiche‘ Urbarmachung von Auen und Mooren? – eine vergleichende Analyse“ (im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Auf dem Weg zur Fluvialen Anthroposphäre")
Duration:
01/10/2026 to 30/09/2029
Abstract / short description:
In Mitteleuropa gibt es große Gebiete mit Auen- und angrenzenden Moorökosystemen, die sich während des Holozäns als Ergebnis teils gekoppelter hydro-sedimentärer Prozesse entwickelten. Diese beiden genetisch verknüpften Ökosysteme blieben bis zum späten Mittelalter, teils bis zur vorindustriellen Neuzeit, in einem naturnahen Zustand. Danach wurden große Teile der flussnahen Auen und Moore durch menschliche Eingriffe wie Abholzung, Landgewinnung und Wasserbau massiv verändert. In den Auen setzten die Eingriffe zuerst ein, wohingegen in den Mooren umfangreiche Landgewinnungsmaßnahmen im Rahmen zentral geplanter Binnenkolonisation erst im 17. und 18. Jahrhundert meist abrupt begannen. In der Folge wurden die semi-terrestrische Ökosysteme häufig zerstört und die ländlichen sozioökonomische Strukturen erheblich verändert, u.a. durch die gesteuerte Einwanderung. Diese Prozesse könnten zu ‘großen Übergängen‘ der sozioökologischen Systeme geführt haben. Im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms 2361 ‘Auf dem Weg zur fluvialen Anthroposphäre‘ fragen wir, ob bzw. ab wann bestimmte Auen und angrenzende Moore als ‘Fluviale Anthroposphäre‘ verstanden werden müssen und welche sozioökologischen Prozesse zu ihrer Entwicklung beitrugen. Die retrospektive Untersuchung dieser Prozesse hilft uns auch, aktuelle Auswirkungen von Klimawandel und menschlichen Eingriffen auf diese empfindlichen sozioökologischen Systeme besser zu verstehen. Das Hauptziel des interdisziplinären Projekts ist eine vergleichende Bewertung von Landnutzung, Urbarmachung, Wasserbau und ökologischen Veränderungen in zwei (fluvialen) sozioökologischen Systemen: Die Region der Unteren Havel und die Region um das Donaumoos. Hier werden wir die menschlichen Eingriffe mit einem multimethodischen Ansatz rekonstruieren. Wir werden unsere Befunde aus der Geschichte, der historischen Archäologie, den Geowissenschaften und der Pflanzenökologie synthetisieren, um Umweltreaktionen, sozioökologischen Rückkopplungen und ihre räumlich-zeitliche Variabilität vergleichend besser zu verstehen. Mit dieser Synthese wollen wir die potentiell ‘großen Übergänge‘ von natürlichen Auen und angrenzenden Mooren hin zur ‘Fluvialen Anthroposphäre´‘ erfassen. Dies wird es uns auch ermöglichen, durch Umweltzwänge initiierte sozioökonomische Pfadabhängigkeiten nachzuvollziehen. Obwohl der zeitliche Fokus auf dem Mittelalter und der vorindustriellen Neuzeit liegt, werden auch ältere und jüngere Umweltphasen berücksichtigt, um die holozänen Grenzbedingungen zu ermitteln. Um die Wechselwirkungen zwischen Klima, hydro-sedimentärer Dynamik, Vegetation und Gesellschaft zu erfassen, verfolgen wir einen disziplinübergreifenden (semi-)quantitativen Ansatz. In der zweiten Förderphase bauen wir auf den bisherigen Ergebnissen auf, wobei sich der Fokus verschiebt auf vertiefende Analysen, vergleichende Kategorisierungen und übertragbare Modelle innerhalb der beiden Untersuchungsgebiete aber auch innerhalb des gesamten SPP-Netzwerkes.
Involved staff
Managers
Institute of Prehistory and Medieval Archaeology (UFG)
Department of Ancient Studies and Art History, Faculty of Humanities
Department of Ancient Studies and Art History, Faculty of Humanities
Local organizational units
Institute of Prehistory and Medieval Archaeology (UFG)
Department of Ancient Studies and Art History
Faculty of Humanities
Faculty of Humanities
Funders
Bonn, Nordrhein-Westfalen, Germany