ProjectLokale Pfade zur Fluvialen Anthroposphäre an Echaz (Rhein) und Eger (Donau). Eine vergleichende Analyse von ca.…

Basic data

Title:
Lokale Pfade zur Fluvialen Anthroposphäre an Echaz (Rhein) und Eger (Donau). Eine vergleichende Analyse von ca. 1100 bis 1800 n. Chr. (im Rahmen des SPP 2361 "Auf dem Weg zur Fluvialen Anthroposphäre")
Duration:
01/10/2026 to 30/09/2029
Abstract / short description:
Unser Projekt untersucht lokale Pfade zur Fluvialen Anthroposphäre und zugrundeliegende sozio-ökologische Prozesse in Mittelalter und vorindustrieller Neuzeit. Es liefert eine integrierte multidisziplinäre Beschreibung fluvialer Gesellschaften und Auen, die durch ein Bündel miteinander verwobener Themenfelder archäologisch, geowissenschaftlich und historisch analysiert werden. Um lokale Besonderheiten von allgemeinen Trends zu unterscheiden, werden die Auen von zwei ähnlichen süddeutschen Karstflüssen 3. Ordnung, Echaz (Rhein) und Eger (Donau), systematisch verglichen. Beide Flüsse sind heute ausgeprägte fluviale Anthroposphären. Von ca. 1100 bis 1800 n. Chr. haben städtische Akteure, Adel, Kloster- und Dorfgemeinschaften beide Auen auf lokal sehr unterschiedliche Weise tiefgreifend verändert.
Das Projekt fokussiert auf sechs Themen und Kernhypothesen: 1. Die Analyse der Wasserkraftnutzung. Wir gehen davon aus, dass lokale Chronologien und Verbreitungsintensitäten in mehreren prägenden Phasen zu individuellen Pfadabhängigkeiten und Auswirkungen auf Auen und Gesellschaften führten. 2. Die Rekonstruktion der Auswirkungen des städtischen Handwerks und der Abfallentsorgung auf die Auenverschmutzung. Wir gehen davon aus, dass Städte die Hauptverursacher vorindustrieller Verschmutzung mit einem spezifischen Fußabdruck flussabwärts sind, der im 13. bis 15 Jh. deutlich zunimmt. 3. Die Rekonstruktion von Wasserbaumaßnahmen. Wir gehen davon aus, dass Mühlen, städtische Wasserwirtschaft und Landnutzung in den Auen ein Netzwerk künstlicher Kanäle schufen, wobei das 13. und 14. Jh. eine prägende Rolle spielt. 4. Die Rekonstruktion der Landnutzung in der Aue. Wir gehen davon aus, dass seit dem 12./13. Jh. mit großen raumzeitlichen Unterschieden und Folgen extensiv beweidete Feuchtwiesen in bewirtschaftete Wässerwiesen und entwässerte Felder umgewandelt wurden. 5. Die Rekonstruktion menschlicher Einflüsse auf die aquatische Fauna. Wir gehen davon aus, dass Kanalbau, Wasserkraftnutzung, Fischerei und Wasserverschmutzung erhebliche Auswirkungen auf die aquatische Biodiversität hatten und diese Auswirkungen, ihre räumlichen Muster und sozialen Folgen ab dem 13. Jh. in verschiedenen Archiven nachweisbar sind. 6. Die Analyse von Rechten und Konflikten zwischen verschiedenen Akteuren. Wir gehen davon aus, dass individuelle und lokal konfligierende Interessen zur Fluvialen Anthroposphäre führten und wichtige Weichenstellungen im 13. bis 14. Jh. erfolgten.
Auf der Grundlage einer multidisziplinären Bewertung unserer Schlüsselhypothesen werden wir das spezifische raumzeitliche Muster der Entstehung der Fluvialen Anthroposphäre von ca. 1100 bis 1800 n. Chr. herausarbeiten. Dies wird auf der Grundlage von gemeinsam im SPP 2361 entwickelten Indizes für anthropogene Einflüsse und differenzierter raumzeitlicher Modellierung geschehen, um übertragbare und skalierbare Ergebnisse zu erhalten, innerhalb des Projektes wie auch in projektübergreifenden Arbeitspaketen.
Keywords:
medieval times
Mittelalter
Fluviale Anthroposphäre
Vorindustrielle Neuzeit
Auen
Süddeutschland

Involved staff

Managers

Institute of Prehistory and Medieval Archaeology (UFG)
Department of Ancient Studies and Art History, Faculty of Humanities

Local organizational units

Institute of Prehistory and Medieval Archaeology (UFG)
Department of Ancient Studies and Art History
Faculty of Humanities

Funders

Bonn, Nordrhein-Westfalen, Germany
Help

will be deleted permanently. This cannot be undone.