ProjectMonastische Ökonomien in der Karolingerzeit-Farfa und Fulda

Basic data

Title:
Monastische Ökonomien in der Karolingerzeit-Farfa und Fulda
Duration:
30/10/2025 to 31/10/2028
Abstract / short description:
Um 750 n. Chr. befand sich etwa ein Drittel des Landes in
Westeuropa im Besitz kirchlicher Institutionen; und die bedeutendsten
unter diesen Institutionen waren Klöster. Wir wissen allerdings immer
noch nicht, was dieser Reichtum konkret auf lokaler Ebene für die
Geschichte des späteren 8. und des 9. Jahrhunderts bedeutete. Das
Projekt zielt darauf ab, diese Frage zu untersuchen, indem es sich mit
vier methodischen Problemen auseinandersetzt. Dies sind: 1) die
Evaluation regionaler Unterschiede in monastischen Ökonomien; 2)
die Bedeutung von Landleihen als Mittel zur Verwaltung von
Klostergütern und zur Etablierung von Beziehungen zu Laien
unterschiedlichen Geschlechts und sozialer Herkunft; 3) die
Bedeutung von Quellenbegriffen, die Größe und Umfang von Gütern
beschreiben, aber nicht immer quantifizierbar gemeint waren; und 4)
die Zusammenschau von Ökonomie, kirchlicher Institutionalität und
religiöser Spiritualität und Wissenskultur, die in ihrem komplexen
Ineinandergreifen klösterliche Gemeinschaften in der Karolingerzeit
prägten. Jeder dieser vier Bereiche ist in der Forschung bisher eher
unterbelichtet geblieben; systematisch zusammengeführt worden sind
sie noch gar nicht. Ihre Zusammenschau ist aber ein dringendes
Desiderat: Denn die überwältigende Mehrheit unserer
Quellenzeugnisse zur frühmittelalterlichen Wirtschaftsgeschichte ist
von monastischen Gemeinschaften geschaffen und in Klöstern
tradiert worden. So ist die Geschichte der Wirtschaft für diese Periode
zwangsläufig weitgehend eine Geschichte monastischer Ökonomien.
Um unsere Kernziel zu erreichen, untersuchen wir in eng verzahnter
Weise zwei Fallstudien: Farfa in Italien und Fulda in Deutschland. Wir
werden zunächst die überlieferten Urkunden der beiden
Klosterarchive aus der Karolingerzeit in einer digitalen Edition
VORSCHAU - NOCH NICHT GESENDET
verfügbar machen, die mittelalterliche Archivierungspraktiken
offenlegt, anstatt sie zu verbergen. Auf der Grundlage dieser digitalen
Edition werden wir die Urkunden und die weitere Überlieferung der
beiden Klöster auf vier Fragen hin analysieren: Wie unterschieden
sich monastische Ökonomien von Region zu Region? Wie genau
dienten Landleihen (in Form von Pachtverträgen, libelli, prekarischen
Leihen usw.) zur Verwaltung des Klosterguts – und was bedeuteten
sie konkret für die Möglichkeiten der Institutionen, auf das Land
zuzugreifen? Inwieweit lassen sich aus den Urkunden und aus
weiterer monastischer Überlieferung Aussagen über den Umfang des
Landbesitzes gewinnen? Und wie sehr und in welcher Weise wurden
die Verwaltung und die Erfassung des Klosterguts durch monastische
Spiritualität und Wissenskulturen beeinflusst?

Involved staff

Managers

Institute of Medieval History
Department of History, Faculty of Humanities

Local organizational units

Institute of Medieval History
Department of History
Faculty of Humanities

Funders

Bonn, Nordrhein-Westfalen, Germany
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