Project Eine Analyse der Lohnungleichheit in Deutschland unter Berücksichtigung von Selektionseffekten

Basic data

Title:
Eine Analyse der Lohnungleichheit in Deutschland unter Berücksichtigung von Selektionseffekten
Duration:
01/04/2018 to 31/03/2021
Abstract / short description:
Ziel dieses Projekts ist es, den Anstieg der Lohnungleichheit in Deutschland über die letzten Jahrzehnte zu untersuchen und damit einen Beitrag zur internationalen Literatur zum Anstieg der Ungleichheit in Industrieländern zu leisten. Um die Gründe für die beobachteten Veränderungen in der Lohnstruktur und die Lohndifferenzen zwischen Gruppen auf dem Arbeitsmarkt einzuschätzen, muss berücksichtigt werden, dass die Selektion in Beschäftigung Änderungen über die Zeit unterliegt und sich zwischen Gruppen von Individuen unterscheidet. Aufgrund von Faktoren wie Arbeitslosigkeit, allgemein zunehmender Erwerbstätigkeit, steigender Arbeitsmarktpartizipation von Frauen und dem Anstieg von Teilzeitarbeit spielt für die Analyse der Lohnungleichheit in einem Land wie Deutschland die Zusammensetzung der Erwerbsbevölkerung eine sehr wichtige Rolle. Das Hauptziel des vorliegenden Projektes ist es, Änderungen der Lohnungleichheit im Zeitverlauf und zwischen Bevölkerungsgruppen um die Änderungen in den zugrundeliegenden beobachteten und unbeobachteten Charakteristika zu bereinigen. Die methodische Literatur zu Selektionskorrektur von Lohnverteilungen für unbeobachtete Charakteristika ist noch recht klein, hat sich aber in den letzten Jahren sehr aktiv weiterentwickelt (siehe Huber und Melly, 2015, Arellano and Bonhomme, 2016, und D’Hautefoeuille et al., 2017).
Der Arbeitsplan des Projekts gliedert sich in fünf Teile: In Teil 2A werden im Detail die methodischen Probleme vertieft, die sich bei der Schätzung von Quantilsregressionen mit Selektionskorrektur ergeben. Dieser Teil des Projekts strebt, aufbauend auf den jüngsten Erkenntnissen in der Literatur, einen methodischen Beitrag an. In Teil 2B werden Quantilsregressionen mit Selektionskorrektur geschätzt, um eine detaillierte Analyse der Lohnentwicklung über die Zeit hinweg durchzuführen. Wir erweitern die bisherigen Analysen indem wir untersuchen, warum der Anstieg der Lohnungleichheit im Jahr 2010 zum Erliegen gekommen ist. Wichtig für dieses Teilprojekt ist die Untersuchung der Tauglichkeit unterschiedlicher Datensätze und Instrumentenvariablen für die Kontrolle der Selektion in Beschäftigung im Hinblick auf unbeobachtete Charakteristika. In Teil 2C werden Lohndifferenzen zwischen Geschlechtern analysiert, wobei ebenfalls für Selektion auf Basis von unbeobachteten Charakteristika kontrolliert wird. Hierbei kommt ein breites Spektrum an methodischen Ansätzen zum Einsatz. Teil 2D geht der Frage nach, inwiefern der deutliche Anstieg in der Zahl höherer Bildungsabschlüsse die Qualität der Absolventen und infolgedessen deren Bildungsrenditen beeinflusst hat. Wir überprüfen die Hypothese, dass der Anstieg höherer Bildungsabschlüsse
die durchschnittliche Qualität der Absolventen reduziert und dadurch der durchschnittliche Lohnertrag
des höheren Bildungsabschlusses abnimmt. In Teil 2E wird der Zusammenhang zwischen Veränderungen in der individuellen Arbeitsmarkthistorie und der Entwicklung von Löhnen analysiert. Unser besonderer Fokus liegt dabei auf den Effekten von häufigerer temporärer Teilzeitarbeit und der gestiegenen Teilzeitquote von männlichen Arbeitnehmern. Wir werden hierbei ein besonderes Augenmerk auf den Einfluss von Übergängen zwischen verschiedenen Arten von Arbeitsverhältnissen und von temporären Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie auf die Lohnverteilung legen.

Das Projekt ist ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt mit Prof. Bernd Fitzenberger, PhD, Humboldt-Universität Berlin innerhalb des DFG-SPP 1764 "The German Labor Market in a Globalized World".
Keywords:
labour market
Arbeitsmarkt
Lohnungleichheit
Einkommensverteilung

Involved staff

Managers

Department of Economics
Faculty of Economics and Social Sciences

Local organizational units

Department of Economics
Faculty of Economics and Social Sciences
University of Tübingen

Funders

Bonn, Nordrhein-Westfalen, Germany
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